Vollmacht fürs Nachlassgericht: Vorlage online ausfüllen
Mit dieser Vollmacht vertritt eine Person Sie gegenüber dem Nachlassgericht — sie nimmt Schriftstücke entgegen, sieht die Akte ein und wirkt beim Antrag auf den Erbschein mit.
Was das Nachlassgericht in der Vollmacht sehen will
Das Gericht ordnet die Vollmacht einer bestimmten Akte zu. Fehlt der Bezug, landet sie in der allgemeinen Posteingangsprüfung und verzögert den Vorgang.
| Angabe | Wo Sie sie finden | Pflicht? |
|---|---|---|
| Zuständiges Nachlassgericht | Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Erblassers | Ja |
| Aktenzeichen | Erstes Schreiben des Gerichts, meist mit römisch VI | Empfohlen |
| Name und Sterbedatum des Erblassers | Sterbeurkunde | Ja |
| Stellung des Vollmachtgebers | Testament, Erbvertrag oder gesetzliche Erbfolge | Ja |
| Umfang der Vertretung | Vom Vollmachtgeber festzulegen | Ja |
| Beglaubigte Unterschrift | Notar; in einigen Bundesländern auch Gemeinde oder Ortsgericht | Je nach Antrag |
Für den Erbscheinsantrag verlangen viele Gerichte eine öffentlich beglaubigte Vollmacht. Ein Anruf bei der Geschäftsstelle klärt vorab, welche Form Ihr Gericht akzeptiert.
Vollmacht für das Nachlassgericht
Zuständig ist das Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Erblassers. Das Aktenzeichen steht im ersten Schreiben des Gerichts und beginnt meist mit römisch VI.
Wann Sie diese Vollmacht brauchen
Drei Situationen, in denen die Stelle ohne schriftliche Vollmacht nicht tätig wird.
Ein Erbe beantragt den Erbschein für alle
Die Erbengemeinschaft braucht einen gemeinschaftlichen Erbschein, aber nur ein Miterbe geht zum Gericht.
- → Jeder Miterbe erteilt seine eigene Vollmacht
- → Eidesstattliche Versicherung persönlich abgeben
Der Anwalt oder Notar führt das Verfahren
Ein Rechtsanwalt oder Notar übernimmt Antrag und Schriftverkehr im Nachlassverfahren.
- → Kanzlei mit Anschrift als Bevollmächtigten eintragen
- → Aktenzeichen des Gerichts angeben
Der Erbe lebt im Ausland
Ein Erbe kann für Termine und Akteneinsicht nicht nach Deutschland reisen.
- → Unterschrift im Konsulat beglaubigen lassen
- → Zustellungen an den Bevollmächtigten zulassen
Warum eine Vollmacht zurückgewiesen wird
Die Stelle prüft die Vollmacht am Schalter. Das sind die Gründe, an denen sie in der Praxis scheitert — und was dagegen hilft.
- 1
Geschäftsstelle anrufen
Fragen Sie nach der verlangten Form und dem Aktenzeichen des Vorgangs.
- 2
Unterschrift beglaubigen lassen
Der Notar beglaubigt die Unterschrift unter der bereits ausgefüllten Vollmacht.
- 3
Termin persönlich wahrnehmen
Für die eidesstattliche Versicherung erscheint der Erbe selbst; alles Übrige erledigt der Bevollmächtigte.
Häufige Ablehnungsgründe — und warum sie oft falsch sind
- Die Vollmacht ist nur privatschriftlich
Für den Erbscheinsantrag verlangen viele Gerichte eine öffentlich beglaubigte Vollmacht. Die Beglaubigung der Unterschrift nimmt ein Notar vor.
- Das Aktenzeichen fehlt
Ohne Aktenzeichen kann die Geschäftsstelle die Vollmacht nicht der richtigen Akte zuordnen. Es steht im ersten Schreiben des Gerichts.
- Der Bevollmächtigte soll die eidesstattliche Versicherung abgeben
Die Versicherung an Eides statt betrifft die persönliche Kenntnis des Erben. Die meisten Nachlassgerichte nehmen sie nur vom Erben selbst ab — beim Gericht oder vor einem Notar.
- Die Vollmacht benennt das Gericht nicht
Eine Vollmacht ohne benannte Stelle wird als allgemeine Vollmacht geprüft und häufig zurückgewiesen. Tragen Sie das Amtsgericht mit dem Zusatz Nachlassgericht ein.
Zum Erbschein
§ 2353 BGB regelt, dass das Nachlassgericht dem Erben auf Antrag ein Zeugnis über sein Erbrecht erteilt. Den Antrag kann ein Bevollmächtigter einreichen; die eidesstattliche Versicherung über die Richtigkeit der Angaben bleibt Sache des Erben.
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Andere Bezeichnungen für dieses Dokument
Behörden, Formulare und Ratgeber nennen dasselbe Dokument unterschiedlich. Gemeint ist jeweils diese Vollmacht.