Bestattungsvollmacht: online erstellen und ausdrucken
Mit einer Bestattungsvollmacht bestimmen Sie, wer Ihre Beisetzung organisiert und über Bestattungsart, Grabstelle und Trauerfeier entscheidet. Der schriftlich festgehaltene Wille geht der gesetzlichen Reihenfolge der Angehörigen in der Regel vor.
Was die Bestattungsvollmacht regelt
Ohne Vollmacht entscheiden die nächsten Angehörigen in der Reihenfolge, die das Bestattungsgesetz des Bundeslandes vorgibt. Die Vollmacht verschiebt diese Entscheidung auf die von Ihnen benannte Person.
| Entscheidung | Ohne Vollmacht | Mit Vollmacht |
|---|---|---|
| Bestattungsart | Nächste Angehörige in gesetzlicher Reihenfolge | Die benannte Person, im Rahmen Ihrer Wünsche |
| Grabstelle und Friedhof | Nächste Angehörige | Die benannte Person |
| Auswahl des Bestattungsunternehmens | Wer den Auftrag zuerst erteilt | Die benannte Person |
| Ablauf der Trauerfeier | Nächste Angehörige | Die benannte Person |
| Todesanzeige und Danksagung | Familie, oft uneinheitlich | Die benannte Person |
| Grabpflege und Grabmal | Inhaber des Grabnutzungsrechts | Nur, wenn das Nutzungsrecht übertragen wurde |
| Kosten der Bestattung | Die Erben | Die Erben — die Vollmacht ändert daran nichts |
Die Vollmacht bestimmt, wer entscheidet, nicht wer zahlt. Die Kosten der Beerdigung trägt nach § 1968 BGB der Erbe.
Bestattungsvollmacht erstellen
Diese Vollmacht wird zu Lebzeiten erteilt und mit dem Sterbefall wirksam. Je genauer die Wünsche darin stehen, desto weniger muss der Bevollmächtigte später auslegen.
Wann Sie diese Vollmacht brauchen
Drei Situationen, in denen die Stelle ohne schriftliche Vollmacht nicht tätig wird.
Die Familie ist zerstritten
Der Lebensgefährte soll entscheiden, nicht die seit Jahren entfremdeten Kinder.
- → Bevollmächtigten namentlich benennen
- → Wünsche zur Bestattungsart schriftlich festhalten
Die Angehörigen leben weit entfernt
Die Kinder wohnen im Ausland, entschieden werden muss aber innerhalb weniger Tage.
- → Eine Vertrauensperson vor Ort bevollmächtigen
- → Kontaktdaten des Bestatters hinterlegen
Die Bestattung ist bereits vorgeplant
Sie haben Grabstelle und Ablauf zu Lebzeiten festgelegt und wollen die Umsetzung in eine Hand legen.
- → Grabnutzungsurkunde beilegen
- → Vorsorgevertrag mit dem Bestatter erwähnen
Warum eine Vollmacht zurückgewiesen wird
Die Stelle prüft die Vollmacht am Schalter. Das sind die Gründe, an denen sie in der Praxis scheitert — und was dagegen hilft.
- 1
Unterlagen zusammenlegen
Vollmacht, Grabnutzungsurkunde und Vorsorgevertrag gehören an denselben Ort.
- 2
Bevollmächtigten informieren
Die benannte Person muss wissen, dass sie benannt ist, und wo die Unterlagen liegen.
- 3
Bei Streit Unterlagen vorlegen
Legen Sie Friedhofsverwaltung oder Ordnungsamt die unterschriebene Vollmacht im Original vor.
Häufige Ablehnungsgründe — und warum sie oft falsch sind
- Die Vollmacht wird zu spät gefunden
Die Landesgesetze setzen für Beisetzung und Überführung kurze Fristen. Bewahren Sie die Vollmacht dort auf, wo Angehörige sofort herankommen, und geben Sie dem Bevollmächtigten eine Kopie.
- Ein Angehöriger widerspricht
Der schriftlich festgehaltene Wille des Verstorbenen geht der gesetzlichen Reihenfolge in der Regel vor. Bei Streit entscheiden Friedhofsverwaltung oder Ordnungsamt anhand der vorgelegten Unterlagen.
- Die Bestattungsart ist nicht genannt
Ohne Angabe muss der Bevollmächtigte den mutmaßlichen Willen auslegen — genau daraus entstehen Konflikte. Kreuzen Sie die gewünschte Art an oder übertragen Sie die Entscheidung ausdrücklich.
- Die Grabstelle gehört einer anderen Person
Über die Belegung eines bestehenden Grabes entscheidet der Inhaber des Nutzungsrechts. Klären Sie die Übertragung mit der Friedhofsverwaltung getrennt von der Vollmacht.
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Behörden, Formulare und Ratgeber nennen dasselbe Dokument unterschiedlich. Gemeint ist jeweils diese Vollmacht.